Verfasst von: Jens | August 5, 2010

Helping hands – our latest project

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Verfasst von: Jens | August 5, 2010

Gefunden auf Lizas Welt

Jüdische Siedler sind „religiös besessene, rassistische, niederträchtige Araberfresser“, die sich jedem Kompromiss notfalls mit Gewalt widersetzen und ohne die der Nahe Osten längst eine Oase des Friedens und der Brüderlichkeit wäre – so oder so ähnlich dürfte sich jedenfalls die hierzulande vorherrschende Ansicht ohne sonderliche Übertreibung zusammenfassen lassen. Judah Ben-Yosef aus Ma’ale Adumim ist eine dieser vermeintlich so sinistren Gestalten – und er trifft regelmäßig wie freiwillig jene, die kaum einen Hehl daraus machen, dass sie ihn und Seinesgleichen für eine Ausgeburt des Gottseibeiuns halten. Hier schildert Ben-Yosef, wie diese Begegnungen in aller Regel verlaufen.*

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Und morgen gibt es dann von mir die Fotos … bin morgen den ganzen Tag in Ma’ale Adumim

Hier sind sie, die Pics:

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Verfasst von: Jens | Juni 29, 2010

Hier ist sie, die gute Hoffnung

Marie Luise Knott war in Südafrika. Das ist offensichtlich. Beschreibt sie doch ihre Verwirrtheit beim Anblick all der Schwarzen vor ihrem Hotel. Diese Schwarzen sehen doch alle gleich aus. Und wie soll der Durchschnittsweisse denn die Guten von den Bösen trennen? Dass ihr Hotel sich alle erdenkliche Mühe gibt, mit zusätzlichem Sicherheitspersonal für die Gäste zu sorgen – nicht so wichtig um erwähnt zu werden. Eigentlich trägt man doch damit nur zur schon bestehenden Unsicherheit der Besucher bei, oder?

Diese hindert die Marie Luise Knott allerdings nicht, sich auf die zweifellos vorhandenen und aber auch die imaginären Probleme Südafrikas zu stürzen. Weiterlesen …

Verfasst von: Jens | Januar 31, 2010

Der Tag als der Sack Reis umfiel

Niemand vermag zu sagen, wie genau es geschah. Aber es geschah nicht in Peking, sondern in Jerusalem, und so erregte das Umkippen eines handelsüblichen 50-Kilo-Sacks Reis (ungeschält) weltweites Aufsehen.
Verfasst von: Jens | Januar 27, 2010

Ulli Hoeneß – WM in Südafrika ist ein Fehler

Da stellt sich doch der Ulli Honeß hin („Ein Leben für den FC Bayern“) und meckert dass die Fifa die Fussball WM nach Südafrika vergeben hat. Klar, wir dummen Südafrikaner können ja eh nix. Und das wird ein Riesenchaos werden und die Tickets sind zu teuer und die Stadien halb leer. Und um Himmels Willen, die Sicherheit und die Kriminalität!!!

Ganz anders sieht es da doch mit der Olympia Bewerbung Münchens für 2018 aus. Deutsche Perfektion und dann noch dazu in Hoeneß’ Lieblingsstadt! Wieso nur kommen dem Verfasser jetzt die lachhaften Sicherheitsvorkehrungen bei der letzten Olympiade in München 1972 ins Gedächtnis? War da nicht was? Schwamm drüber, so ein paar tote Israelis sind schnell vergessen, wenn man in München gemütlich bei Weißwurst und Weizenbier beim Sport zuschauen kann. Und wenn jemand den Mut haben sollte, dies zu kritisieren, dann soll diese Kritik „im Keim erstickt werden – Basta“.

Und die Flugtickets nach Südafrika, die Unterkünfte und die Eintrittskarten sowieso … alles viel zu teuer in Südafrika. Da werden doch für drei Spiele inclusive Unterkunft fast €2000 verlangt, einschließlich des Flugtickets. Unverschämtheit. Und da ist noch nicht mal die Verpflegung dabei, außer halt dem Frühstücksbüfett im Hotel. Man muß sich dann wohl doch schon dort belegte Brote für den Tag mitnehmen. Nur so kann man den Südafrikanern zeigen, was man von ihren unverschämten Preisen hält.

Wieviel hätte eigentlich ein Südafrikaner zahlen müssen, wenn er 2006 zur WM in Deutschland hätte fliegen wollen? Angefangen von den Visagebühren, Zwangsumtausch, Hotelkosten zur WM in Deutschland, Tickets …. und unter Berücksichtigung der geringeren südafrikanischen Durchschnittseinkommen!

Und Kriminalität in Südafrika! Jeden Tag kann es jeden treffen. Und die Touristen sowieso, ja, man könnte schon fast davon ausgehen, dass ein richtiger Südafrikaurlaub zumindest einen Handtaschenraub vorweisen sollte – perfekt wäre es natürlich, wenn man den Lieben daheim von einem gefährlichen Raubüberfall berichten könnte. Da frohlockt das Herz des geltungssüchtigen Pauschaltouristen.

Herr Hoeneß, Ihr Verhalten ist – im günstigsten Fall peinlich. Man könnte auch schon fast von arrogantem Rassismus sprechen. Wie auch immer, wenn Sie eingeschnappt vor Ihrem Flachbildschirm sitzen, Weißwurst und Weizenbier trinken und hoffen werden, dass irgendwas in diesem schrecklichen Land Südafrika schief geht bei der WM, werden die Menschen hier am Kap jeden willkommen heißen, der uns respektvoll und fair entgegentritt. Und wir werden Fußball spielen. Spaß haben, Freunde kennenlernen. Sie und Ihre Borniertheit sind dann noch nicht mal mehr eine Randnotiz.

England, Germany – SHAME ON YOU

Verfasst von: Jens | August 11, 2008

‚Der Spiegel‘ und der Rassismusvorwurf

Mehrfach wurde ich gebeten, doch mehr zu meinem Land zu schreiben. Momentan allerdings bin ich etwas im Stress, unser Kindergarten African Giggles hat seine Tore geöffnet und auch hier am Kap gibt es bürokratische Hürden die viel Zeit und Energie kosten. Deshalb hier erstmal ein alter Artikel (Dezember 2006), geschrieben als Antwort auf diesen Bericht eines deutschen Gaststudenten an der Uni Stellenbosch.

Alexander Schwan ist seit fünf Monaten in Südafrika. Er hat sich, bewusst oder unbewusst, die Universität mit der besten Reputation gewählt. Das ist gut und richtig so. Und wenn er vorher in Maastricht studiert hat, spricht er bestimmt auch etwas flämisch – das macht seine Wahl der Uni Stellenbosch noch logischer. Denn dies ist die einzige Universität in Kapstadt, an der noch zum großen Teil auf Afrikaans gelehrt wird, einer Sprache, die dem Flämischen ähnlich ist. Alexander beschreibt in seinem Artikel die Schönheiten der Kapregion, die Weinproben und majestetischen Berge.

“Abends bei Straußenfilet und Cabernet Sauvignon dem Plätschern des Wassers am Eerste River lauschen und den vom Sonnenuntergang rot erstrahlten Tafelberg am Horizont ausmachen – das ist der paradiesische Teil”.

Es geht ihm also gut. Wenn, ja wenn da nicht seine rassistischen Kommilitonen wären, die das beschauliche Bild störten. Nein, sie mögen keine Rapmusik, weil die von Schwarzen gemacht wird. Ich stell mir grad vor, wie die Unterhaltung gewesen sein könnte: “No, don’t like it, its black music.” Zugegeben, ich mag auch keine Rapmusik und ja, diese wird vorwiegend von Schwarzen gemacht. Alexander allerdings hat ein festes Weltbild und dieses schreibt ihm vor, dass seine Kommilitonen Rapmusik aus rassistischen Gründen und nicht einfach wegen eines anderen Musikgeschmacks ablehnen. Basta. Denn sie sind weiß und die anderen sind schwarz – die Rollenverteilung gut und böse ist klar.

Ich lebe hier in Südafrika und ich bin begeistert von diesem, meinem Land. Seit den Wahlen 1994 hat sich vieles geändert – und Alexander, dies sind erst 12 Jahre. Was hast Du erwartet ? Du schreibst von einer ohnmächtigen Wut, wenn Du an den Townships vorbeifährst. Wusstest Du, dass unsere Regierung im nächsten Jahr 23 Milliarden Rand (€ 2.6 Milliarden) für den Bau von 500.000 Häusern für schwarze Südafrikaner ausgeben wird? Wusstest Du, dass unsere Regierung den Steuerfreibetrag für die unteren Einkommensschichten auf 40.000 Rand (€ 4500) erhöht hat? Wusstest Du auch, dass unsere Regierung trotzdem das Defizit vor Neuverschuldung auf 7.9 Milliarden Rand und somit auf ein halbes Prozent des Bruttozialproduktes verringern konnte? Dir als VWL-Studenten sollten solche Zahlen etwas sagen. Dir als Gast in unserem Land sollte mit den Erfahrungen, die Du hier machst, klar sein, dass die Lebensbedingungen ALLER Südafrikaner nicht in einer Dekade angeglichen werden können. Erwartest Du nicht etwas zuviel ? Um noch eine Zahl zu nennen: trotz all der Ausgaben und Steuersenkungen für untere Einkommensschichten ist unsere Inflationsrate stabil unter 4 %.

Unsere Regierung und die Menschen in unserem Land arbeiten an einem neuen Südafrika. Es werden Fehler gemacht, aber auch Fortschritte. Alles braucht eben Zeit. Gib uns doch eine Chance. Du schreibst von Deinen rassistischen Kommilitonen. Alexander, diese müssen ihr Studium selbst bezahlen, mit der Aussicht, danach in ihrem Heimatland keine Arbeit zu finden. Dies nennt man BEE (Black Economic Empowerment) und macht es einem Weißen so gut wie unmöglich, eine Anstellung in der Wirtschaft zu finden. Wie würdest Du Dich verhalten, wenn Du – der Du sicherlich Deinen Aufenthalt hier in Südafrika über ein Stipendium finanzierst – gezwungen wärst, Deine Heimat zu verlassen? Alexander, hast Du jemals versucht, Dein Weltbild in Frage zu stellen und die Situation der Weißen hier in Südafrika zu verstehen? Und vergiss nicht, es waren die Weißen, die beim Referendum 1993 für die Abschaffung der Apartheid gestimmt haben.

Die Uni in Stellenbosch versuche krampfhaft, Afrikaans als Lehrsprache zu behalten – schreibst Du. Ich frage Dich: Was ist falsch daran? Warum kann es neben zwei englischsprachigen Universitäten in Kapstadt nicht auch eine afrikaanssprachige geben? Afrikaans ist die am meisten gesprochene Sprache im Westkap. Haben die Menschen hier nicht ein Recht darauf, eine Hochschulausbildung in ihrer Muttersprache zu absolvieren ?

Die Townships haben es Dir ja besonders angetan. Alexander, es gibt solche Siedlungen auch in Brasilien oder Asien. Dies hat mit Landflucht und dem Streben nach einem besseren Leben zu tun. Warst Du je in einem Township hier am Kap ? Weisst Du, dass – im Gegensatz zu vergleichbaren Siedlungen in Brasilien – diese alle Strom, fließendes Wasser und städtische Dienstleistungen wie Müllabfuhr etc. haben. Übrigens zum großen Teil nach einer Gemeindestrukturreform – mitfinanziert durch die wohlhabenden Gegenden um Camps Bay. Wusstest Du, dass zum Beispiel Helen Zille, unsere (weiße) Bürgermeisterin, eigentlich lieber Häuser für die Armen bauen wollte, als Milliarden für die Fußballweltmeisterschaft 2010 auszugeben? Alexander, ich möchte das Leben in den Townships nicht schönreden. Aber gib uns Zeit, die Lebensbedingungen auch dieser Menschen zu verbessern.

Du schreibst, dass Du hier an der Uni in Stellenbosch unter anderem an einem Seminar Probleme bei der Errichtung einer demokratischen Nation in Südafrika seit 1994 teilnehmen konntest. Eigentlich hättest Du unser Land, unsere Probleme und unsere Perspektiven besser verstehen sollen, als Du dies in Deinem Artikel zum Ausdruck gebracht hast.

Wenn Du das nächste Mal bei Straußenfilet und Cabernet Sauvignon dem Plätschern des Wassers am Eerste River lauschst, versuch doch mal, die Menschen in Südafrika zu verstehen – alle Rassen – denn wir sind eine Nation und haben bisher viel erreicht, von dem man vor dem Abschaffen der Apartheid noch nicht einmal träumen konnte.

Verfasst von: Jens | August 7, 2008

Gedanken zu einem Artikel im Spiegel

Zwei Jahre vor der Fussball WM scheint es, als ob man sich in allen Redaktionsstuben Europas übertreffen will im Herbeireden einer südafrikanischen Katastrophe. Untergangsstimmung wird erhofft – oder zumindest ein medialer Handtaschenraub. Dies passt ins globale Bild und wird so von den Lesern erwartet – und gemessen an den gefühlten Verschlechterungen der eigenen Lebensumstände wären zumindest Bilder hungernder Kinder aus Afrika angebracht. Es ist unmöglich diese Fotos aus Südafrika zu besorgen, dort hungert niemand. Der seit 1994 herrschenden ANC Regierung ist es mehr oder weniger gut gelungen, die wichtigsten Probleme zu lösen. So haben jetzt 90 Prozent der Bevölkerung einfachen Zugang zu fliessend Wasser und zu Elektrizität. Es gibt ein, wenn auch noch weitmaschiges, soziales Netz und Sozialleistungen, zum Beispiel einen Mindestsozialhilfesatz von R800. Es gibt – endlich – ein arbeitnehmerfreundliches Arbeitsrecht und unzählige staatliche sowie private Initiativen zur Verbesserung der Lebensumstände des einfachen Südafrikaners.

AIDS
In Südafrika erhalten 510 000 Menschen antiretrovirale Medikamente – dies ist für ein Schwellenland eine enorme finanzielle und – bedenkt man dass Südafrika ein Agrarland ist – eine brillante logistische Leistung. Und es scheint, dass man auch in südafrikanischen Regierungskreisen aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat.

AUSWANDERER
Wenn 50 000 Weisse Südafrika verlassen, dramatisiert man und nennt dies Brain Drain. Wenn letztes Jahr 230 000 Deutsche ihre Heimat verlassen, begründet man dies mit Globalisation. Es stimmt: viele der südafrikanischen Auswanderer verlassen das Land wegen der extremen Kriminalitätsrate und weil sie für sich und ihre Familien keine Zukunft mehr sehen. Kann es aber nicht einfach nur ein Zeichen der Zeit sein, die Möglichkeiten zu nutzen die sich eben aus der Globalisierung ergeben und woanders neu zu beginnen, weil man glaubt dass dies dort besser klappen wird? Was hat man in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts für Möglichkeiten gehabt, an einem anderen Ort dieser Welt Fuss zu fassen? Eher weniger. Und wenn man dann doch den Mut hatte, war dies ein normalerweise unwiderruflicher Entschluss. Man konnte nicht so wie heute mal schnell in den Flieger und für einen halben Monatslohn ins Herkunftsland zurückfliegen.

LEBENSMITTEL- UND STROMPREISE
Gestern hatte der Gewerkschaftsdachverband Cosatu zum nationalen Streik und damit verbundenen Demonstrationen aufgerufen. In Kapstadt wurden 30000 Teilnehmer erwartet – trotz strahlendem Sonnenschein kamen lediglich um die 10 000. Demonstrieren wollte man gegen eine extreme Preiserhöhung beim nationalen Stromkonzern Eskom (bis zu 55 %) und gegen die (auch) in Südafrika gestiegenen Lebensmittelpreise. Dieses eigentliche globale Problem wird von den Südafrikanern, die an einen staatlich regulierten Markt bei Grundnahrungsmitteln und Benzin gewohnt sind, der Regierung zur Lösung überantwortet. Das dies nicht von dieser gelöst werden kann, sondern eher ein Problem des Marktes ist, ist dem Südafrikaner noch nicht bewusst.

Zuma
Das Land ist gespalten. Er ist ein Populist, er sagt, was die Massen hören wollen. Aber: tun dies nicht die meisten Politiker? Ob sie nun Obama oder Merkel oder Lafontaine heissen …nur bei Zuma scheint die Presse andere Massstäbe anlegen zu wollen. Er darf keine Fehler machen, er darf, nachdem ihm Tausende zugejubelt haben, schon gar keine alten Kampflieder anstimmen.

Wenn auf dem Die Linke SED Parteitag in Berlin die Internationale angestimmt und ‚zum letzten Gefecht’ aufgerufen wird, ist dies OK. Wenn Zuma in einem Lied nach seinem Maschinengewehr fragt, ist dies eine Meldung für die paranoide Weltpresse. Warum werden ständig verschiedene Massstäbe angelegt bei der Beurteilung der meist relativ ähnlichen Situation?

Man kann Zuma viel vorwerfen. Zum Beispiel seine Bemerkung über gründliches Duschen nach dem Verkehr mit einer HIV-positiven Frau. Gerade ihm als Respektperson, weil die Massen ihm glauben, ihn wörtlich nehmen. Und er dies weiss. Aber auch deutsche Politiker geben öfters ohne Teleprompter dummes Zeug von sich und kein Mensch in Südafrika würde deswegen einen aufkommenden Bürgerkrieg in Deutschland vermuten. Wie gesagt, Zuma ist ein Populist. Aber er ist ein Mann, der aus der Masse kommt, der die Nöte der Menschen am Kap kennt und verspricht, sich ihrer anzunehmen. Und dies sollte reichen, ihm eine Chance zu geben. Es dürfte ausgesprochen schwierig für ihn werden, grössere Fehler als Mbeki zu machen.

Man wirft ihm jetzt Korruption vor. Dies mag aus formal rechtlichen Gründen wohl auch so gewesen sein, das Gerichtsverfahren wird es klären. Aber man sollte eben nicht nur mit dem europäischen Zeigefinger auf Afrika zeigen und Bestechung/Korruption am Kap verteufeln. Zur Bestechung gehören immer zwei, und im Zuma-Fall ist die andere Partei eine französische Rüstungsfirma. Zuma könnte sich – den Massen am Kap durchaus verständlich – mit afrikanischen Bräuchen entschuldigen. Wenn man vom Stammeschef etwas will, bringt man ihm Geschenke. Und so hat Zuma (falls es denn wirklich so gewesen sein sollte) ein Geschenk angenommen um das Projekt des Schenkers wohlwollend zu begleiten. Dies ist in Afrika gang und gäbe und so erklärt sich auch das offensichtlich fehlende Unrechtsbewusstsein.

Welche Entschuldigung hat die französische Rüstungsfirma? Oder Siemens? Oder Mercedes Benz? Oder ….

Es gibt in Südafrika das erste Mal seit Menschengedenken eine stabile, funktions –und wehrfähige Demokratie. Fehler werden gemacht, allerdings werden auch diejenigen, die Fehler machen, zur Rechenschaft gezogen. Das Volk nimmt seine demokratischen Rechte wahr, es organisiert sich in Parteien, in Gewerkschaften, es demonstriert wenn es unzufrieden ist. Man hat gelernt, dass man als Bürger Rechte hat. Und dass man für diese eintreten muss, dass es selbst in einer Demokratie wie der am Kap der Guten Hoffnung notwendig sein kann, diese Rechte auf der Strasse einzufordern. Dass dabei Jugendliche unter Umständen übertreiben und Autoreifen verbrennen ist bedauerlich, aber ebenfalls aus Städten wie Berlin und Hamburg bekannt. Nur wenn dies in Südafrika geschieht, wird vor dem Versinken im Chaos gewarnt.

Wenn der Cosato Chef für die Provinz Eastern Cape, Xolani Pakati, jubelt: „Bei uns ist jede wirtschaftliche Aktivität zum Erliegen gekommen. Wir sind so glücklich, dass wir das geschafft haben.“ erwartet man beim Spiegel den Zusammenbruch des Landes. Wenn dies der Verdi Chef beim jüngsten Lufthansastreik sagt, schaut man lediglich auf das Börsenbarometer.

Wenn Nina Gunic, die Sprecherin der österreichischen Linken laut von Enteignung der Industrie träumt, wird dies als Randnotiz abgetan. Wenn der Chef der ANC Jugendliga Julius Malema sagt: „Zuma ist das Opfer einer politischen Verschwörung unter Führung von Staatspräsident Thabo Mbeki. Wir sind bereit, für Zuma zu sterben“, schaut man in den deutschen Redaktionsstuben nervös auf den Nachrichtenticker.

Im Unterschied zu Deutschland und Europa hat man in Südafrika erst seit 14 Jahren Erfahrungen mit Demokratie machen können. Und im Unterschied zu Europa nehmen die Menschen am Kap ihre Rechte noch wahr. In Deutschland sitzt man lieber abends am Stammtisch und schimpft auf ‚die da oben’.

Welche Option ist wohl die bessere?

Verfasst von: Jens | Juli 17, 2008

Apple brigade – kidz program in Cape Town

In 2007, my company Cape Studies launched a children’s volunteer project called: “Cape Studies Apple Brigade”. The aim of this project is to build a bridge between our foreign students and underprivileged children from Kalkfontein, which is a multi-cultural township situated at the foot of the Stellenbosch mountains. Students spend some time interacting and playing with these children using English to embrace diversity and discover our common humanity. This project takes place every second Wednesday from 4 pm – 6 pm.The meeting point is at the school.

In the near future we will extend this project to mostly catholic youth groups from the townships. Stay on for more information.

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